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Erklärungen...

Ja, also. Da unsere Disconacht ja nun schon ein paar Tage her ist dachte ich, das Yohji schon gut über den Schock hinweggekommen wäre, dem ich ihm dort wohl mehrmals bereitet haben musste. Das Yohji allerdings hinterher nochmal mit mir über diese eine Nacht sprechen wollte, das hatte ich nicht gedacht. So war es aber und so kam es, das wir uns Abends für einen smalltalk in seinem Zimmer verabredet hatten.

Es fing eher ruhig an. Wir kotzten uns - wie so viele male - über die aktuelle Situation aus und überlegten uns - wie auch schon so oft - was man denn tun könnte um die gegebene Situation aufzulockern oder gar überhaupt zu verbessern. Und wieder mal muss ich gestehen, das wir nicht wirklich auf einen grünen Zweig kamen. Egal, was wir uns überlegen, egal, wie gut es durchdacht ist, im Endeffekt mussten wir bisher immer einsehen, das wir beide alleine keine chance haben und auch mit der Hilfe von Brad und Schuldig sollte sich das ganze wohl nicht als einfach erweisen. So erzählte ich Yohji dann noch direkt, wie verdammt eifersüchtig Brad auf mich war, das ich immer in seiner nähe sein konnte, doch das Brad uns beobachtete verschwieg ich lieber, denn Yohji hätte sich sicherlich sofort suchend umgesehen und das hätte nicht sein müssen.

Nachdem wir also resigniert die Köpfe hängen liesen, weil uns wieder nichts eingefallen war, kam Yohji auf den Discoabend zu sprechen. Ohne weitaus drumrum zu reden wollte er gleich wissen, wie es zu meiner jetzigen offenheit kam. Ich erklärte ihm einfach, das ich mich richtig wohl fühlte, das ich froh war, das Yohji da war, das wir uns alles erzählen konnten, doch das da tief in mir drin etwas war, das ich überspielen wollte, verschwieg ich ihm, denn das war jetzt nicht relevant. Und wirklich, er gab sich mit der Antwort zufrieden, auch, wenn er sehr skeptisch dreinschaute. Aber wer schaute nicht skeptisch, wenn man so viel von seinem ehemals kaltherzigen Anführer erfuhr?

Als nächstes kam es zu einer weniger Dezenten Frage, denn Yohji fing an mich über meine bisherigen One Night Stands auszuquetschen. Wann das war, wie viele es waren, wer es war.. und so weiter und so fort. Da ich diesmal keine andere Wahl hatte, als mit der sprache herauszurücken fing ich an und schilderte Yohji jeden einzelnen meiner One night stands. Von anfang bis ende. Wie ich Nachts rausgeschlichen war, und wie ich morgens schon wieder im laden stand. Das ich mit frauen UND männern geschlafen hatte... und vor allem WIE. nicht immer blümchensex, sondern auch mal hart, dominiert oder auch dominierend. Sogar das ich ab und an auf Fesselspielchen stehe, hab ich ihm gebeichtet und bevor ich weiterreden konnte, musste Yohji sich - mit einem etwas blassen gesicht - etwas zurücklehnen. Na ja.. so was hört man auch nicht jeden Tag von einem Eisklotz. Doch schnell konnte ich weiter erzählen. Das ich meine One Night Stands nicht mehr an zwei Händen abzählen konnte, erwähnte ich nur ganz kurz, doch ich war sicher, das Yohji es sowieso erahnt hatte, denn seine Gesicht wurde immer blasser und zeigte wieder eine starke konsestenz an schockierung. Ich musste also noch hinzusetzen, das ich natürlich nicht jede Woche draußen war, denn das ganze wäre nicht sehr förderlich gewesen für mein Wohlbefinden, aber ich bestätigte, das ich immer dann raus gegangen war, wenn mir danach war und das war schon öfter als zwei mal der Fall gewesen. Vielleicht kann Yohji sich ja nun einen Reim auf einige Dinge machen, denn schließlich war er derjenige gewesen, der mich desöfteren fast erwischt hatte.

Als er seine Sprache wiedergefunden hatte fragte er mich dann doch tatsächlich - in einem etwas ängstlich unsicherem Ton - ob ich denn böse sei, das er mich von diesem Kerl weggezerrt hatte, mit dem ich Knutschend in einer Ecke gelegen hatte. Nun ja... ich weiß noch genau, wie ich mich leicht vorbeugte, meine Hand auf eines von Yohjis Knien legte und ihm zuckersüß lächelnd erklärte, das er es ja nicht besser hätte wissen können, das ich auch anderweitig noch Sex haben könnte, selbst wenn ich Schuldig liebte. Und ehe ich weitersprechen konnte, stand Yohji auf und ging mit wackligen schritten an einen Schrank, beförderte Alkohol und ein Glas hervor und setzte sich hin, nachdem er sich was eingeschüttet hatte. Auf die frage hin, ob ich auch was bekommen könnte, wurde mir wortlos sein Glas hingehalten. Ich nahm an - und trank.

Ich trank langsam aus und beobachtete Yohji, der wirklich eingesunken auf seinem Sessel saß und mich wohl anstarrte, als wäre ich was außerirdisches, denn er konnte wohl einfach nicht das glauben, was ich ihm dort eben erzählt hatte. Nun ja.. man konnte ja auch nicht alles von seinem Anführer wissen, hab ich recht? Doch ich bin kein Unmensch und so schüttete ich Yohji etwas alkohol in das Glas und reichte es ihm, ebenfalls mit einem super süßen lächeln, rüber und beobachtete ihn dabei, wie er austrank.

Den Rest des Abends schwieg mein Kamerad. Er war wohl zu geschockt. Als ich aufstand um ihm eine gute Nacht zu wünschen, bekam ich nur einen milden Handgruß, nichtmal ein wort und so verschwand ich in mein Zimmer. Hätte ich vielleicht doch besser mit meinen intimen erlebnissen hinter dem Berg halten sollen?

@Hexlein:
wie man lesen kann, gibt es eine Menge dinge, die sie noch nicht alle wissen. Aber ich denke, es wird nach und nach alles heraus kommen, wie sie jetzt schon mitlesen dürfen. Yohji zu schocken ist zwar nicht meine Absicht, doch ich hab das Gefühl, das je mehr ich sage, ihn nur umso mehr schocke. Mal sehen, was das noch gibt...

Ran
15.5.07 22:13
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Hexlein / Website (17.5.07 18:56)
Ach du meine Güte, Sie scheinen Yohji ja wirklich ziemlich aus der Fassung gebracht zu haben. Wenn er schlussendlich nicht einmal mehr zur Konversation fähig war, müssen Ihn diese Erzählungen wirklich mehr als überrascht haben. Wie mich im Übrigen auch.
Allerdings denke ich nicht, dass es ein Fehler war, mit ihm darüber zu reden. Außerdem wollte er es ja wissen, oder? ^_-
Vermutlich hat er sich mittlerweile auch wieder gefasst. Aber da Sie Ihre Ausflüge ja meisterlich geheim gehalten hatten bisher, hat er wohl nicht mit so viel Offenheit gerechnet. Trotzdem bewerte ich das Ganze als positiv, denn dass Sie sich bei Yohji wohlfühlen und auch über solche Dinge mit ihm reden können ist, besonders in der momentanen Situation, doch schön ^^

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